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Ruhestand und persönliche Neuorientierung 2. November 2026 5 Min. Lesezeit

Frauen sind besser als Männer – wenn es um Hilfe annehmen geht

von Rolf Wohllaib

Nachdenklicher Mann beim Übergang in den Ruhestand – Hilfe annehmen und Neuorientierung

Frauen suchen doppelt so häufig professionelle Hilfe wie Männer. Das belegen Daten des Robert Koch-Instituts und der Versorgungsforschung im DACH-Raum. Ob Coaching, Therapie oder Beratung: Frauen nutzen Unterstützung präventiv. Männer holen sich meist erst dann Hilfe, wenn der Druck extrem ist – nach einer unerwarteten Kündigung, bei gesundheitlichem Einbruch oder wenn die plötzliche Leere nach dem Berufsleben schmerzt.

Warum tun sich Männer ab 60 damit so schwer?

1. Das Erbe der Versorgerrolle

Männer dieser Generation wurden darauf geprägt, Stärke zu zeigen, Krisen wegzustecken und die Verantwortung allein zu tragen. Das Bitten um Unterstützung wird unbewusst als Schwäche missdeutet. Der Glaubenssatz lautet: „Ich muss das allein hinbekommen.“

2. Die Falle des Leistungs-Selbstwerts

Wer 30 oder 40 Jahre lang Unternehmen geleitet, Teams geführt oder Projekte gestemmt hat, definiert seine Identität über Leistung, Status und Kalenderdichte. Fällt diese Struktur schlagartig weg – durch Personalabbau, Freistellung oder Rente –, bricht das Fundament weg.

3. Das Orientierungsvakuum

Im Beruf gab es Ziele, Strategien und Kennzahlen. Für die Zeit danach fehlt vielen Männern der Bauplan. Das Ergebnis: Man flüchtet in ungeduldigen Aktionismus oder zieht sich zurück, statt die eigene Zukunft als Privatperson aktiv zu gestalten.

Die Einsicht: Unterstützung ist kein Kontrollverlust

Sich begleiten zu lassen ist kein Eingeständnis des Scheiterns. Es ist eine nüchterne, strategische Entscheidung für die eigenen nächsten 15 bis 20 gesunden Lebensjahre.

Wer seinen Ausstieg oder den Schritt in die Rente bewusst vorbereiten will, muss drei Fragen klären:

  • Wer bin ich als Mensch, wenn Visitenkarte und Funktion im Hintergrund stehen?
  • Welche gewachsenen Erfahrungen und Werte möchte ich in mein nächstes Kapitel mitnehmen?
  • Wie gestalte ich meinen Tag selbstbestimmt, damit echte Erfüllung entsteht?

Der Übergang vom Macher im Berufsleben zum Gestalter der eigenen Zukunftszeit braucht kein Ausprobieren auf gut Glück. Er braucht eine ehrliche Standortbestimmung.

Fazit und Ausblick

Es erfordert Mut, den gewohnten Reflex „Ich schaff das allein“ abzulegen. Doch genau an dieser Schwelle entscheidet sich, ob der Ruhestand zu einem ungewollten Stillstand wird oder zu den besten zwei Jahrzehnten Ihres Lebens.

Sie stehen vor dieser Veränderung und möchten Ihren Übergang diskret und auf Augenhöhe strukturieren? Schreiben Sie mir gerne direkt hier eine Nachricht.

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